60 Jahre Kneipp-Verein, 1951 – 2011

Im Dienste der Gesundheit

Im Gedenken an Sebastian Kneipps 190. Geburtstag feierte der Kneipp-Verein Neustadt am 14./15.Oktober 2011 den 60. Jahrestag seiner Gründung.

Kneipps geflügelter Satz „ Vergesst mir die Seele nicht“ war Impuls für eine Jubiläumsveranstaltung besonderer Art, die in Abkehr vom oftmals sonst üblichen Modus die Thematik des Kneipp´schen Zitats in den Fokus der Veranstaltung stellte. So entstand unter dem Motto „Seelisch gesund, erwachsen und alt werden“ eine Vortragsreihe mit vorgeschalteter Podiumsdiskussion, die alle Altersgruppen unserer Gesellschaft im Blick hatte.

Der Kneipp-Verein Neustadt beteiligte sich damit zugleich an der vom Aktions-bündnis Seelische Gesundheit organisierten gleichnamigen bundesweiten Aktionswoche. Das bundesweit aktive Bündnis geht auf eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), Berlin, zurück. Heute gehören über 70 Verbände weit über den Bereich Psychiatrie, Psychotherapie und Neurowissenschaften diesem Bündnis an, darunter sind ebenfalls Organisationen der Selbsthilfe von Angehörigen und Betroffenen. Im Rahmen dieser Aktionswoche fanden zwischen dem 8. und 15. Oktober in mehr als 30 Städten und Gemeinden Deutschlands Veranstaltungen statt, um sowohl Aufklärung über die Relevanz von psychischen Erkrankungen für Betroffene und Angehörige zu leisten, als auch Informationen über Möglichkeiten psychisch gesund zu bleiben, zu geben. In Rheinland-Pfalz beteiligte sich an dieser Aktionswoche neben der Stadt Mainz nur der Kneipp-Verein Neustadt.

Die Schirmherrschaft für die Neustadter Veranstaltung hatte die Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz, Frau Malu Dreyer, MdL, übernommen. Am Veranstaltungstag war die Politik u.a. durch die zuständige Staatssekretärin, Jaqueline Kraege, MdL, vertreten, die ein längeres Grußwort zur gesellschaftlichen Bedeutung von psychischen Erkran-kungen sprach.

Weitere Grußworte entboten der 1. Bürgermeister der Stadt Neustadt, Ingo Röthlingshöfer, der Landesvorsitzende des Kneipp-Bund Landesverband, Siegfried Kiesselmann, sowie das Präsidiumsmitglied des Kneipp-Bund Bundes-verband, Herbert Fickinger und weiterhin der Stiftsdirektor des GDA Wohnstifts Neustadt, Christoph Stöckmann.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion erörterten hochangesehene Wissenschaftler sowie Teilnehmer aus Politik und Pflege nach einem Impuls-vortrag von und unter der Moderation von Dr. Thomas Nesseler, Hauptgeschäftsführer der DGPPN, das gesamte Spektrum in seiner gegen-wärtigen Aktualität. Zuvor veranschaulichte Dr. Nesseler in einer einführenden Präsentation die aktuelle Krankheitsentwicklung auf dem Sektor psychische Erkrankungen. Den dramatischen Anstieg dieser Erkrankungen belegten auch jüngste Studien von Krankenkassen: Dort gebe vor allen Dingen der seit Jahren zu beobachtende konstante Anstieg bei den Arbeitsunfähigkeitstagen sowie der Frühberentungen durch psychische Erkrankungen zu denken, so dass man bereits von einer beginnenden Volkskrankheit sprechen könne.

Dass die Veranstaltung insgesamt, insbesondere aber auch die einzelnen Referate am zweiten Veranstaltungstag einerseits auf einem wissenschaftlich hohen Niveau, andererseits aber für die Zuhörer als Laien in einer so verständlichen Weise stattfinden konnten, verdankt der Verein seinem Mitglied, Dr. Thomas Nesseler, der in seiner Funktion als Hauptgeschäftsführer der DGPPN die auch international hochangesehen Referenten vermitteln konnte.

Die einzelnen Referate, beginnend bei den psychischen Problemen von Kindern und Jugendlichen, wie Entwicklungsprozesse der Adoleszenz (Prof. Dr. Franz Resch, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder und Jugendpsychiatrie der Universität Heidelberg), ADHS (Prof. Dr. Dr. Tobias Banaschewski, Zentral-institut für Seelische Gesundheit, Mannheim), über die psychischen Belastungen in der Arbeitswelt, wie etwa Burn out und Depression, (PD. Dr. Andre´Tadic´, Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Universi-tätsklinikum, Mainz) bis hin zu den Erkrankungen im Alter wie z.B. Demenz, fanden eine interessierte Zuhörerschaft. Auch zum Thema Prävention (Prof. Dr. Hans-Ulrich Dallmann, FH Ludwigshafen) konnten die Zuhörer anregende Erkenntnisse mitnehmen.

An dieser Stelle möchte der Kneipp-Verein Neustadt seinem Mitglied ,Dr. Thomas Nesseler, für die kontinuierliche Beratung und Unterstützung während der Vorbereitungsphase sowie für die Mitwirkung bei der Veranstaltung herzlich danken.

Günter Nesseler